Sprüche & Weisheiten
 

Der Spruch des Moments

 
 

"Da Söl houd gsagd..."


Nr. 198:   Für den Fall, dass eine Sache nicht so ausgehen könnte wie geplant:

"Nacha is da Kou as Horn aa niad o."

"Dann ist das Horn der Kuh auch nicht ab."
 

Nr. 197:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Einbldung machd dLeit nasch."

"Einbildung macht die Leute verrückt."
Version 2: Einbldung machd dLeit krank.
 

Nr. 196:   Schwoazbeerzupfer-Weisheit:

"DSchwoazbeer san blau, wenns zeiddi san und roud, wenns nu grëi san."

"Die Schwarzbeeren (Heidelbeeren) sind blau, wenn sie reif sind und rot, wenn sie noch grün (unreif) sind."
 

Nr. 195:   Auf die Frage was es heute zu essen geben wird:

"bachne Pfiaz mid Rindla"

"gebackene Pfürze mit Rinde"
 

Nr. 194:   Auf die Frage was es heute zu essen geben wird:

"broune Ameisnfeaschala"

"gebratene Ameisenferschen"
 

Nr. 193:   Auf die Frage was es heute zu essen geben wird:

"eigweggde (oder: bachne) Köllaschdaffln"

"eingeweckte (oder: gebackene) Kellerstaffeln"
 

Nr. 192:   Auf die Frage was es heute zu essen geben wird:

"Hundsfätzla und Bëidasül"

"Schnipsel(?) und Petersilie"
 

Nr. 191:   Wen jemand nach einer Maßregelung noch dagegen redet:

"Und dann aa nu iwari hom."

"Und dann auch noch übrig haben."
 

Nr. 190:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Saas wëis mooch, a alts Wei, a alts Gsooch."

"Sei es wie es will, eine alte Frau, ein altes Gerede."
 

Nr. 189:   Wenn mal wieder alles schief geht:

"Is Kou hi, solls Kaiwl aa hi saa."

"Jetzt ist es auch schon egal."
wörtl.: Wenn die Kuh tot ist, dann soll das Kälbchen auch tot sein.
 

Nr. 188:   Geflügeltes Wort, vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß:

"Des gëid da Schwoazn wëi da Weißn."

"Das geht jedem so."
wörtl.: Das geht der Schwarzen wie der Weißen.
 

Nr. 187:   Biertrinker-Weisheit:

"Siem Bëia san a Schnitzl und dann housd nu nix drungn."

"Sieben Bier sind ein Schnitzel und dann hast Du noch nichts getrunken."
 

Nr. 186:   Wenn jemand resigniert, den Widerstand aufgibt oder seine Meinung einfach nicht durchsetzen kann:

"Douz wosz wollz!"

"Macht doch was Ihr wollt!"
 

Nr. 185:   Ein alter Spruch, wenn jemand schlafmützig reagiert und die Situation längst vorbei ist:

"Des is scho ummi ums Eck."

"Das ist schon vorbei."
wörtl.: Das ist schon um die Ecke.
 

Nr. 184:   Lebensweisheit:

"Wenn as Solz aller wird, wird aa as Göld aller."

"Wenn das Salz ausgeht, geht auch das Geld aus."
Deshalb horten mache Salz, damit ihnen das Geld nicht ausgeht.
 

Nr. 183:   Auf die Frage was es heute zu essen geben wird:

"Woame Drudschala und kalte Gnaundschala."

"Warme Trutschala und kalte Knauntschala."
Regionale Spezialitäten.
 

Nr. 182:   Wenn jemand sehr ungepflegt daherkommt:

"Dëi/Der siad as wëi friesch asn Graud assa zuang."

"Die/Der sieht aus wie frisch aus dem Kraut heraus gezogen."
 

Nr. 181:   Über das Aussehen von jemand mit relativ derben Gesichtszügen:

"Dëi/Der siad as wëi zoughaud und weggloind."

"Die/Der sieht aus wie zugehauen und zur Seite gelehnt."
 

Nr. 180:   Wenn man zur Untätigkeit verurteilt ist:

"Dou sitz i ëitz dou wëi a fette Broudheena."

"Da sitze ich jetzt wie eine fette Bruthenne."
 

Nr. 179:   Wenn Kinder (insbes. Mädchen) viel lachen:

"Dëi kinna iwa jedn Hennadreg lachn."

"Die können über jeden Hühnerdreck lachen."
 

Nr. 178:   Wenn jemand plötzlich still und leise verschwunden ist:

"Nou woar a weg wëis Wiaschdl vom Graud."

"Dann war er weg wie das Würstchen vom Kraut."
 

Nr. 177:   Wenn etwas so gut wie gewonnen ist:

"Des is a gmahde Wiesn."

"Das ist eine gemähte Wiese."
 

Nr. 176:   Wenn etwas unveränderlich vorüber ist:

"Ëiz is da Kaas gässn!"

"Jetzt ist der Käse gegessen!"
 

Nr. 175:   Wenn einer gut schätzen kann:

"Sura Auch solld niad schdeam."

"So ein Auge sollte nicht sterben."
 

Nr. 174:   Wenn die Kinder heutzutage frech sind, was sie sich früher nicht erlaubt hätten:

"Frëia houd da Dreg gschdungn, ëiza redda."

"Früher hat der Dreck gestunken, jetzt spricht er."
 

Nr. 173:   Wenn jemand sehr, sehr geizig ist:

"Du vahungasd amaal und housd a Schdiggl Broud im Maal."

"Du verhungerst einmal und hast ein Stückchen Brot im Mund."
 

Nr. 172:   Androhung von körperlicher Züchtigung:

"A Baggl Fotzn is glei aafgrissn."

"Ein Päckchen Ohrfeigen ist gleich aufgerissen."
 

Nr. 171:   Spottreim für Schulanfänger:

"Easchdabatza - Daflgratza!"

"Ersterklekser - Tafelkratzer!"
Reimt sich natürlich nur im Dialekt.
 

Nr. 170:   Wenn jemand sich über etwas freut:

"Du grinsd wëi da Hos im Graudgoadn."

"Du grinst wie der Hase im Krautgarten."
 

Nr. 169:   Wenn ein Kind der Mutter oder dem Vater sehr ähnelt:

"Dea/dëi is da ja wëi vom Oasch undda gfalln."

"Der/die ist Dir wie vom Hintern heruntergefallen."
 

Nr. 168:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Lëing vamean si wëi Flëing."

"Lügen vermehren sich wie Fliegen."
 

Nr. 167:   Berechtigter Einwand:

"Meina Mudda gschieads rächd, dass mi frëisd, warum zëigds ma koi Hanscha-r a."

"Meiner Mutter geschieht es recht, dass es mich friert, warum zieht sie mir keine Handschuhe an."
 

Nr. 166:   Lebensweisheit:

"As old wean und as dumm wean kann a jeda, des is koi Kunsd niad."

"Alt werden und dumm werden kann jeder, das ist keine Kunst nicht."
 

Nr. 165:   Lebensweisheit:

"Du housdas schëi, du schbinnsd und woisdas niad."

"Du hast es gut, du spinnst und weißt es nicht."
 

Nr. 164:   Als Antwort auf die Frage "Wou gëisd denn hi?" - "Wo gehst du hin?"

"Af Oaschabi, wennsd midgëisd bisd hi."

"Nach Oaschabi, wenn du mitgehst bist du hin."
 

Nr. 163:   Wenn bei der Näharbeit etwas schief geht oder nicht gelingen will:

"D Nadarin vo Deena, wos heid naad mous moang drenna."

"Die Näherin von Deena (?), was sie heute näht, muss sie morgen trennen."
(zu "Nadarin" siehe den Artikel von Ludwig Zehetner in der MZ vom 29.01.2016).
Was das "Deena" bedeutet, konnte leider nicht geklärt werden, evtl. "von denen".)
 

Nr. 162:   Auf die Frage, wann denn das alles gemacht wurde (z.B eine Handarbeit):

"Sölwa gmachd in schdaader Nachd, blous da liebe Godd houd gwachd."

"Selbst gemacht in stiller Nacht, nur der liebe Gott hat gewacht."
 

Nr. 161:   Wenn es ganz große Flocken schneit:

"Heid schneids Bettzëichn."

"Heute schneit es Bettdecken."
 

Nr. 160:   Wenn jemand über alles, was ihm passiert, freimütig spricht:

"Der sagd sei Schand wëi sei Ehr."

"Der sagt seine Schande wie seine Ehre."
 

Nr. 159:   Auch eine Lebensphilosophie, wenn auch nicht die offenherzigste:

"Dou nemads wos Gouds, nachaa doud da nemads wos Bëiss."

"Tue niemandem etwas Gutes, dann tut dir niemand etwas Böses."
Diese Aussage kann man nur soweit nachvollziehen,
dass so mancher einfach grundsätzlich gerne seine Ruhe haben will.
 

Nr. 158:   Allgemaine Lebensweisheit:

"An da groussn Zëia hängd as Lem."

"An der großen Zehe hängt das Leben."
 

Nr. 157:   Selbsterkenntnis:

"Neigieri bin i niad, owa ich daad gean alles wissn."

"Neugierig bin ich nicht, aber ich würde gerne alles wissen."
 

Nr. 156:   Lehrer zum Schüler:

"Wenn Dummheid Fliegl hëid, flëichasd du wëi a Daawal."

"Wenn Dummheit Flügel hätte, würdest du wie ein Täubchen fliegen."
 

Nr. 155:   Wenn man jemanden Beine machen will:

"Dia hülfi scho ei in dSchouch!"

"Dir helfe ich schon rein in die Schuhe!"
 

Nr. 154:   Wenn jemand sehr schlecht aussieht:

"Du schausd aas wëi da Doud aaf Laadschn."

"Du siehst aus wie der Tod in Sandalen."
 

Nr. 153:   Jemanden unsaft zurechtweisen oder sich jemanden vorknöpfen:

"Ich bagg di glei bei da Fliech."

"Ich pack dich gleich beim Schlafittchen."
 

Nr. 152:   Besonders charmante Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit eines Mitmenschen:

"Du bisd dimmer wëi lang."

"Du bist dümmer als lang."
 

Nr. 151:   Allgemeine Redewendung:

"Mid mia kannsd reen wëi mid an Blëidn, blouß niad sua lang."

"Mit mir kannst Du reden wie mit einem Blöden, nur nicht so lange."
 

Nr. 150:   Wenn jemand in sehr hohem Alter stirbt:

"Dou is dHewamm nimma schuld."

"Da ist die Hebamme nicht mehr schuld."
 

Nr. 149:   Analog zum Sack Reis, der in China umfällt:

"Des indressiad mi grod sua vl, wëi i Schwoazz unddan Nogl ho."

"Das interessiert mich gerade so viel, wie ich Schwarzes unterm (Finger-)Nagel habe."
 

Nr. 148:   Zu übermütigen und unfolgsamen Kindern, die nicht anders zu bremsen sind:

"Wennsd ëiz niad aafhëiasd, wiad dei Oasch glei Kiawa hom."

"Wenn du jetzt nicht aufhörst, wird dein Hintern gleich Kirchweih haben."
nicht mehr ganz zeitgemäße Erziehnungsmethode
 

Nr. 147:   Als "Trost" bei kleineren Wehwehchen:

"Wiad scho wieda wean, sagd d'Frau Kean,
mit da Frau Koan is ja aa wieda woan."

"Wird schon wieder werden, sagt die Frau Kern,
mit der Frau Korn ist es ja auch wieder geworden."
 

Nr. 146:   Als Trost zu jemandem, der gerade Liebeskummer hat:

"Wecha oina Stauan freggd koi Goas."

"Wegen einem einzigen Strauch stirbt keine Ziege."
 

Nr. 145:   Wenn jemand erfolglos versucht etwas zu reparieren:

"Du dousd wieder sua lang ummanana, bis goua hie is!"

"Du tust wieder so lange herum, bis es völlig kaputt ist!"
 

Nr. 144:   Wenn jemand eine fadenscheinige Erklärung für etwas hat:

"Des glawi ëia wëi niad aa."

"Das glaube ich eher als nicht auch."
Nach dem Motto: Das kannst du jetzt glauben, oder auch nicht.
 

Nr. 143:   Zu Kindern, die etwas gut erledigt haben und ein Lob erwarten:

"Wemma di (eich) niad hëin und koin Leffl niad,
mëisd ma d'Suppm mid die Finga essn."

"Wenn wir dich (euch) nicht hätten und keinen Löffel,
dann müssten wir die Suppe mit den Fingern essen."
 

Nr. 142:   Wenn jemand bedauert, dass etwas endet, was ihm gefallen hat:

"Aas is und goar is und schood is, dass woar is."

"Aus ist es und vorbei ist es und schade ist es, dass es wahr ist."
 

Nr. 141:   Wenn jemand zu hohe Erwartungen hat:

"Dou wiad da da Schnowl saawa bleim."

"Da wir dir der Schnabel sauber bleiben."
Bedeutung: "Deine Erwartungen werden sich nicht erfüllen."
 

Nr. 140:   Spruch zur Demonstration und zum Üben der Nordoberpfälzer "ou"-Laute:

"Is des woua, dass a Kroua in an Joua
hinddam Oua a Schebbl Houa ka waxn loua?"

"Ist das wahr, dass eine Krähe in einem Jahr
hinterm Ohr ein Büschel Haare kann wachsen lassen?"
 

Nr. 139:   Wenn etwas ganz besonders gut schmeckt:

"Des gëid ei wëi Beindhaa."

"Das geht rein wie Pointheu."
(Pointheu = Heu vom Gras, das auf der Point gewachsen ist)
 

Nr. 138:   Wenn jemand ein Bier nach dem anderen trinkt und partout nicht nach Hause gehen will:

"Der houd heid sein Hoggadn."

"Der hat heute seinen Hockenden."
Man kann den "Hoggadn" auch ohne Alkohol haben, aber mit ist das erheblich leichter.
 

Nr. 137:   Wenn jemand nicht still sitzen kann und immer wieder herumzappelt:

"Der houd heid koin Sitzadn."

"Der hat heute keinen Sitzenden."
 

Nr. 136:   Philosiphisches zu aufdringlichen Verkaufspraktiken:

"Vl gredd is vl vakafd."

"Viel geredet ist viel verkauft."
 

Nr. 135:   Wenn man etwas schier unglaubliches oder unerhörtes erfährt:

"Mi housd ghaud!"

"Mich hast Du geschlagen!"
z.B wenn man die Rechnung für den letzten Kundendienst bekommt.
 

Nr. 134:   Ausrduck des Missfallens, der Verwunderung, oder auch Enttäuschung:

"Pfëidi God schëine Baieri(n)!"

"Behüte dich Gott, schöne Bäuerin!"
 

Nr. 133:   Wenn jemand ein sehr grantiges oder sogar böses Gesicht macht:

"Du schausd ja heid wëi zea Deifl."

"Du schaust ja heute wie zehn Teufel."
 

Nr. 132:   Wenn Kinder völlig überdreht sind und nirgends sitzen bleiben können:

"Dëi homm heid wieda-r-amal Wässn im Oasch."

"Die haben heute wieder einmal Wespen im Hintern."
 

Nr. 131:   Wenn jemand an der Tür klopft, den man nicht hereinlassen will:

"Is koina daham und ich bin nasch."

"Es ist niemand zuhause und ich bin verrückt."
 

Nr. 130:   Interessante Überlegungen zum Thema "Wer ist hier die Bossin":

"Da Maa is da Kuapf vo da Famlie,
d´Frau is da Hols und da Hols lengd an Kuapf."

"Der Mann ist der Kopf der Familie,
die Frau ist der Hals und der Hals lenkt den Kopf."
 

Nr. 129:   Als Rat an jemanden, der leicht übermütig wird:

"Dou niad zlous!"

"Übertreibe es nicht!"
wörtl.: Tu nicht zu los!
 

Nr. 128:   Wenn überhaupt nichts los ist:

"Dou is Goas gfräggd!"

"Da ist die Ziege krepiert!"
(z.B. an einem öden Ort oder bei einer faden Party etc.)
 

Nr. 127:   Wenn man die Hoffnung schon fast aufgegeben hat und es schließlich doch noch etwas wird:

"Mid da Zeid fanga d'Haggschdegg zum blëia-r-aa."

"Mit der Zeit fangen die Hackstöcke zu blühen an."
 

Nr. 126:   Wenn jemand etwas findet, was ein anderer schon lange vergeblich sucht:

"Nimm des awaal, bevoasd as aanane finsd."

"Nimm das einstweilen, bevor du das Andere findest."
 

Nr. 125:   Wenn jemand ungern Hilfe von Anderen annimmt:Video anzeigen

"Meiner Hehna halm braucht si da Nachba koin Gockl haldn."

"Wegen meiner Hühner braucht sich der Nachbar keinen Gockel halten."
(Will heissen: Ich brauche keine Hilfe, ich komm allein zurecht, macht kein Aufhebens.)
 

Nr. 124:   Jemand, der kein Freund von Lobeshymnen ist:Video anzeigen

"Nix gsagd is globd gnouch."

"Nichts gesagt ist gelobt genug."
 

Nr. 123:   Allgemeine Weisheit:

"Da Heagod lëissd jedn Doch an Dumma aas und wenn ma Gligg haud, dawischd man."

"Der Herrgott läßt jeden Tag einen Dummen aus und wenn man Glück hat, dann erwischt man ihn."
 

Nr. 122:   Zu jemandem, der für alles eine Ausrede hat:

"Du schdiabsd amaal an da sölm Grangad wëi an Deifl sei Großmudda:
dëi is gschdoam waals koi Aasred mëina gwissd houd."

"Du stirbst einmal an der gleichen Krankheit wie des Teufels Großmutter:
die ist gestorben, weil sie keine Ausrede mehr wußte."
 

Nr. 121:   Zu jemandem, der etwas sagen wollte, es aber vergessen hat:

"Dou di niad oo, des woa nix gscheids."

"Mach dir keine Sorgen, das war nichts Gescheites."
 

Nr. 120:   Wenn sich jemand in einem Zimmer im Dunkeln aufhält, ohne das Licht anzumachen:

"Wos hoggsdn dou zwischn finsda und sixtminiad?"

"Was sitzt du denn da zwischen finster und siehstmichnicht?"
 

Nr. 119:   Wenn ein Besuch beim Verlassen des Zimmers immer die Türe offen stehen läßt:

"Habts ewa engs daham Viahang schdad Dian?"

"Habt ihr wohl zuhause Vorhänge statt Türen?"
 

Nr. 118:   Durchhalte-Mantra fern ihrer Heimat lebender Nord-Oberpfälzer:Video anzeigen

"A Bou mou dou, wos a Bou dou mou."

"Ein Junge muss tun, was ein Junge tun muss."
 

Nr. 117:   Oberpfälzer Zungenbrecher:Video anzeigen

"Gëi, lou dëi doude Kou dou gëi."

"Geh, lass die tote Kuh da in Ruhe."
 

Nr. 116:   Schöner Wortwitz:Video anzeigen

"Wenn d'Wuaschd sua dick wëis Broud is,
dann is wuaschd wëi dick as Broud is."

"Wenn die Wurst so dick wie das Brot ist,
dann ist es egal wie dick das Brot ist."
 

Nr. 115:   Wenn jemand ständig rastlos hin und her läuft:Video anzeigen

"Du rennsd ummanana wëi a aagschdochns Keiwl."

"Du rennst herum wie ein angestochenes Kälbchen."
 

Nr. 114:   Guter Rat zur Vermeidung von Sommersprossen:

"Hëid di vo da Miaznsunna, nou bleibst schëi an ganzn Summa."

"Hüt dich vor der Märzensonne, dann bleibst du schön den ganzen Sommer."
 

Nr. 113:   Spottreim auf den Rummel um die Resl von Konnersreuth:

"Jessas naa, is des a Freid, allas foad af Konnasreid zua Resl ihrer Haalichkeid."

"Um Gotteswillen, ist das eine Freude, alle fahren nach Konnersreuth zur Resl ihrer Heiligkeit."
 

Nr. 112:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Wenn unsa Heagod an Noan wl, loussda-r-an Maa as Wei schdeam."

"Wenn unser Herrgott einen Narren will, läßt er einem Mann die Frau sterben."
 

Nr. 111:   Wenn jemand mit offenem Mund dasitzt, oder beim Gähnen den Mund weit aufreißt:Video anzeigen

"Machs Maal zou, dou zëigds."

"Mach den Mund zu, hier zieht es."
 

Nr. 110:   Medizinische Weisheit bei Erkältung:

"A Housdn dauad zwoa Wochn wennsd zum Doggda gëisd, wenn niad, vieazea Dooch."

"Ein Husten dauert zwei Wochen wenn du zum Docktor gehst, wenn nicht, vierzehn Tage."
 

Nr. 109:   Wenn jemand zu einem Festtag sehr viele Geschenke bekommt:Video anzeigen

"Dëi woiss voa ladda Gschengga nimma wou ihr Oasch is."

"Die weiß vor lauter Geschenken nicht mehr wo ihr Arsch ist."
 

Nr. 108:   Üble Hänselei gegen Rothaarige:

"Wou roude Houa und Binsn waxn, dou is koi gscheida Buan."

"Wo rote Haare und Binsen wachsen, da ist kein guter Boden."
 

Nr. 107:   Ein recht derber Nachruf mit einer fein ironischen Note:Video anzeigen

"Is schod um´s Louda, houd sua gean gfressn!"

"Es ist schade um das Luder, sie hat so gerne gefressen!"
 

Nr. 106:   Wenn sich Kinder bei Erwachsenen wichtig machen wollen und altklug daherreden:Video anzeigen

"Saa blous schdaad, du aufgschdölda Mausdreeg!"

"Sei doch ruhig, du aufgestellter Mausdreck!"
 

Nr. 105:   Wenn ein einfacher Mann plötzlich in eine hohe Position kommt und sich dann aufspielt:

"Wenn a Gloina wos wiad dann reid nan da Deifl."

"Wenn ein Kleiner etwas wird, dann reitet ihn der Teufel."
 

Nr. 104:   Noch ein Spruch für steile Karrieren:

"Des kummd dafaa, wenn ma-r-an Beddlmaa afs Ross affi setzt."

"Das kommt davon, wenn man einen Bettler auf ein Roß setzt."
 

Nr. 103:   Wenn jemand stark abgenommen hat:Video anzeigen

"Dëi is ja blous mëina-r-a Hendfull."

"Die ist ja nur noch eine Handvoll."
 

Nr. 102:   Allgemeine Weisheit:

"A gouda Wunsch kummd niad z´frëi und niad z´schbaad."

"Ein guter Wunsch kommt nicht zu früh und nicht zu spät!"
 

Nr. 101:   Ein nicht besonders vornehmer Gutenachtgruß:

"Goud Nachd, scheiß in´s Bedd dass grachd!"

"Gute Nacht, scheiß ins Bett, dass es kracht!"
 

Nr. 100:   Wenn z.B. jemand etwas schleppt, das viel zu groß für ihn ist:

"Dou hengsd dra, wëi´s Modschal an da Kou."

"Da hängst du dran wie das Kälbchen an der Kuh!"
 

Nr. 99:   Wenn man erzählt, dass man so richtig wütend wurde:Video anzeigen

"Dou is ma da Kimml kumma!"

"Da hat mich der Zorn gepackt!"
(wörtlich: "Da ist mir der Kümmel gekommen!" - warum auch immer)
 

Nr. 98:   Wenn es draußen so richtig eisig kalt ist:Video anzeigen

"Mi frëisd wëi a Roumbizl."

"Mich friert wie ein Rübenstückchen(?)."
 

Nr. 97:   Antwort auf die Aufforderung etwas doch bitte ganz schnell zu erledigen:Video anzeigen

"Des homma glei, des machma moang."

"Das haben wir gleich, das machen wir morgen."
 

Nr. 96:   Wenn jemand nach einer Anstrengung keucht:

"Du schnaffsd wëi a alda Bosdgaal."

"Du schnaufst wie ein altes Postpferd."
 

Nr. 95:   Nachdem jemand geniest hat:

"Hölfdagott in Himml affi, dann brauchsd niad lang im Dreg umanand laffm."

"Hilf dir Gott in den Himmel hinauf, dann brauchst du nicht lange im Dreck herumlaufen."
 

Nr. 94:   Spruch für Kinder beim Essen:

"Iss nea, dassd grouß und digg wiasd, dumm und fräch bisd eh scho."

"Iss nur, dass du groß und dick wirst, dumm und frech bist du ja schon."
 

Nr. 93:   Wenn jemand arg stottert und lang braucht, um ein Wort oder einen Satz zu sagen:Video anzeigen

"Gaz di nea aas."

"Stottere dich nur aus."
 

Nr. 92:   Wenn jemand fragt, ob der andere das soeben Erzählte glaubt:

"Ich glab da allas, blous koi Erdepfl."

"Ich g(k)laube dir alles, nur keine Kartoffeln."
(Der Spruch funktioniert natürlich nur, weil das "g" und das "k" gleich ausgeprochen werden.)
 

Nr. 91:   Jemand, der sich wundert, dass er im Alter immer kleiner wird:Video anzeigen

"Ich glaab, ich wax in Buan ei."

"Ich glaube, ich wachse in den Boden rein."
 

Nr. 90:   Wenn etwas keine Zukunft hat, oder einfach definitiv nicht funktioniert:Video anzeigen

"Des houd koin Dauch (niad)."

"Das hat keinen Sinn."
(Durch das optionale niad am Satzende besonders aussagekräftig => doppelte Verneinung!)
 

Nr. 89:   Spottreim auf das Glockenläuten (wie eine Art Singsang):

"Bim, bam, leid mas zamm, gëiz in Kiachn, bädds rächd lang."

"Bim, bam, leutet man es zusammen, geht in die Kirche, betet recht lange."
 

Nr. 88:   Wenn jemand beim Reden die zwei Hände in die Seiten stemmt:

"Ëiz schausd aas, wëi a Nachdduapf mit zwoa Hengl."

"Jetzt schaust du aus wie ein Nachttopf mit zwei Henkeln."
 

Nr. 87:   Wenn jemand lange über ewas grübelt und es ihm dann auf einmal einfällt:

"Ëiz is ma kumma wëi da aldn Schrëili drei Dooch noun Doud."

"Jetzt ist es mir gekommen wie der alten Frau Schrödl(?) drei Tage nach dem Tod."
(Der Name Schrödl oder Schrödel ist hier nicht sicher überliefert, aber sehr wahrscheilich.)
 

Nr. 86:   Wenn die Kinder ungeduldig fragen, was sie z.B. vom Christkind oder zum Geburtstag bekommen:

"A slwas Nixl und a goldans Woadawaal."

"Ein silbernes Nichts und ein goldenes Warteineweile."
(So kann Mann auch gut seine Frau, Freundin, Geliebte usw. vertrösten)
 

Nr. 85:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Wëi da Maa zu seina Mudda is, sua isa-ra-mal zu sein Wei."

"Wie der Mann zu seiner Mutter ist, so ist er einmal zu seiner Frau."
 

Nr. 84:   Wenn in der Wohnung oder im Büro richtiges Chaos herrscht:

"Dou schauds as wëi in Luis Trencker sein Rucksog."

"Hier schaut es aus wie in Luis Trenckers Rucksack."
 

Nr. 83:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Ma mou God fia allas dangn und des wenn Leis und Flëich san."

"Mann muss Gott für alles danken und wenn es Läuse und Flöhe sind."
 

Nr. 82:   Wenn jemand von übermäßigen Darmgasen geplagt wird:Video anzeigen

"Mi blaads wëi an schlachdreifn Ganserer."

"Mich bläht es wie einen schlachtreifen Ganter."
 

Nr. 81:   Wenn man nach seiner Meinung gefragt wird, aber nicht unhöflich sein will:

"Wunderboa is a Dreg dageng."

"Wunderbar ist ein Dreck dagegen."
 

Nr. 80:   Wenn einem ein Ort so gar nicht gefällt:Video anzeigen

"Dou michadi niad amaal doud iwan Goadnzau hängn."

"Da möchte ich nicht einmal tot über den Gartenzaun hängen."
 

Nr. 79:   Wenn es an Pfingsten wieder einmal regnet:

"Da haaliche Geisd gëissd gern."

"Der heilige Geist gießt gerne."
 

Nr. 78:   Wenn zwei Personen den gleichen Namen haben:

"Es gibd mëinara Hund, dëi Budl hoissn."

"Es gibt mehr Hunde, die Pudel heißen."
 

Nr. 77:   Unfreundliche aber bestimmte Aufforderung zum Gehen:

"Du woist wou da Mauerer as Luach loua houd!"

"Du weißt wo der Maurer das Loch (frei-)gelassen hat!"
(Analog zu: "Du weißt wo die Tür ist!")
 

Nr. 76:   Wenn jemand überascht oder ungläubig schaut:Video anzeigen

"Dou houds nan as Gschau varissn!"

"Da hat es ihm die optische Achse verbogen!"
(Zugegeben, das ist ziemlich frei übersetzt.)
 

Nr. 75:   Als Warnung vor Ohrfeigen an unfolgsame Kinder:

"Glei falld da Watschnbaam um!"

"Gleich gibt es ein paar Ohrfeigen!"
 

Nr. 74:   Ausdruck sehr geringer Wertschätzung:

"Des is sua mëissi wëi a Aast am Oasch!"

"Das ist so überflüssig wie ein Furunkel am Hintern!"
 

Nr. 73:   Aufforderung an den Kollegen nach getaner Arbeit:

"Hau an Remma oia!"

"Mach Feierabend!"
 

Nr. 72:   Wenn jemand beim Essen ununterbrochen redet und erzählt:

"Wenn da Vuagl beim Fraß is, pfeifda niad."

"Wenn der Vogel beim Fressen ist, pfeift er nicht."
 

Nr. 71:   Wenn jemand recht schusselig ist und ständig alles vergißt:

"Du dengsd niad weidda wëi vo zwölfa bis Middooch."

"Du denkst nicht weiter als von zwölf Uhr bis Mittag."
 

Nr. 70:   Wenn jemand etwas etwas gemacht hat, das zwar zufriedenstellend aber nicht optimal ist:

"Des daugd ins Graud ei."

"Das taugt in´s Kraut rein."
Vielleicht deshalb, weil man ins Sauerkraut ja allerhand reintun kann, fast alle Fleischsorten, auch fast alle Würste, außer denen zum aufstreichen.
 

Nr. 69:   Wenn jemand etwas mühsam zusammenbaut, aber das Ganze ziemlich schief wird:

"Dou di niad oo, schëi schief is englisch und englisch is modern."

"Mach dir keine Sorgen, schön schief ist englisch und englisch ist modern."
 

Nr. 68:   Wenn man sich nicht wohl fühlt, aber nicht weiß, was einem genau fehlt:

"Ich fl mi heid niad gsuan und niad broun."

"Ich fühl mich heute nicht gesotten und nicht gebraten."
 

Nr. 67:   Wenn sich jemand beklagt, dass ein übler Geruch in der Luft liegt:

"Weas zäiaschd schmeggt, houds Gaggerl glegt."

"Wer es zuerst riecht, hat das Ei gelegt."
 

Nr. 66:   Und wenn noch jemand seinen Senf dazu gibt:

"Und wea nouchibabbad houd aa mid gaggad."

"Und wer als nächster was sagt, hat auch mitgegackert."
 

Nr. 65:   Wenn jemand immer und überall, wo gerade was los ist, ganz sicher dabei ist:

"Du mousst aa vo jedn Goisslhengn dabaa saa."

"Du musst auch jedesmal dabei sein, wenn eine Geiß gehängt wird."
 

Nr. 64:   Wenn sich jemand blamiert hat und sich entsprechend dafür schämt:

"Der houd sie gschammd wëi a Beddsoicha."

"Der hat sich geschämt wie einer, der ins Bett gemacht hat."
 

Nr. 63:   Wenn ein Gericht (z.B. eine Sosse) etwas angebrannt schmeckt:

"Des houd an Gschmooch vo da Söllichn."

"Das hat den Geschmack von der Seeligen."
 

Nr. 62:   Wenn sich jemand vor einer unangenehmen Aufgabe drückt und das Weite sucht:

"Dou rennsd dafaa wëi´s Kind voam Dreeg."

"Da läufst du davon wie das Kind vor dem Dreck."
 

Nr. 61:   Wenn man jemanden etwas gibt, der eh schon alles hat:

"A feddn Sau an Oasch schmian."

"Einer fetten Sau den Hintern schmieren."
 

Nr. 60:   Als Bekräftigung einer ehrlichen Meinung oder einer mutigen Tat:

"Dou kenni nix, dou bini hind niad wëi voan."

"Da kenne ich nichts, da bin ich hinten nicht wie vorne."
 

Nr. 59:   Wenn jemand jammert, weil er etwas beleibt oder gar dick ist:

"Lëiwa digg blazd, wëi dier gfreggd."

"Lieber dick geplatzt als dürr gestorben."
 

Nr. 58:   Wenn sich jemand genüßlich dehnt und streckt:

"A glücklicha Dooch, wenn si a faale Haut dehnt und niad zreissd."

"Ein glücklicher Tag, wenn sich eine faule Haut dehnt und nicht zerreißt."
 

Nr. 57:   Wenn jemand wie eine Klette an einem hängt:Video anzeigen

"Der is ma nimma vo da Danna ganga."

"Der ist mir nicht mehr von der Pelle gerückt."
 

Nr. 56:   Wenn jemand traurig oder sorgenvoll vor sich hin schaut:

"Du schausd heid, wëi wenn da d´Hehna as Broud dafaa hëin."

"Du schaust heute, als hätten dir die Hühner das Brot weggenommen."
 

Nr. 55:   Finanztechnische Weisheit:

"Oft kann a Maa min Schukoan niad sua vl Göld hamfoan, wëis Wei mid da Schiazndaschn aasgit."

"Oft kann der Mann mit der Schubkarre nicht so viel Geld heimfahren, wie die Frau mit der Schürzentasche ausgibt."
 

Nr. 54:   Zum schnellen Beenden einer festgefahrenen Debatte:Video anzeigen

"Saas wëis wl, da Oasch g´head in d´Huasn."

"Sei es wie es will, der Arsch gehört in die Hose."
 

Nr. 53:   Wenn ein Mann jammert, weil er eine Glatze bekommt:

"Wenn da Vaschdand waxt, mëin d´Houa weichn."

"Wenn der Verstand wächst, müssen die Haare weichen."
 

Nr. 52:   Wenn jemand klappert vor Kälte:

"Mi frëisd wëi an Beddseucha."

"Mich friert es wie einen Bettnässer."
 

Nr. 51:   Zu jemandem, der einen harnäckigen Husten hat und sich deswegen Sorgen macht:

"Dou Di niad oo, wea lang housd, läbd lang."

"Mach Dir keine Sorgen, wer lange hustet, lebt lange."
 

Nr. 50:   Wenn jemand in einer Sache recht zögerlich ist und immer wieder nachfragt:

"Wea lang frougd, gëid lang irr."

"Wer lange frägt, geht lange in die Irre."
 

Nr. 49:   Wenn sich jemand sehr schmutzig gemacht hat:

"Loin di fei nëichaz oi, sunst bleibsd bichn."

"Lehn dich nirgends an, sonst bleibst du kleben."
 

Nr. 48:   Allgemeine Lebensweisheit:

"Goudmëidichkeid is a Drumm vo da Liederlichkeid und d'Liederlichkeid machd an Göldbeidl laa."

"Gutmütigkeit ist ein Stück von der Liederlichkeit und Liederlichkeit macht den Geldbeutel leer."
 

Nr. 47:   Wenn jemand sich mehr aufgeladen hat als normal und es so kaum tragen kann:

"A faale Sau daschloipft si af oi Mal."

"Ein faules Schwein schleppt sich auf einmal zu Tode."
 

Nr. 46:   Wenn jemand, vielleicht durch Krankheit, schlecht aussieht:

"Du schausd heid aas, wëi d´Hehna undan Schwanz."

"Du schaust heute aus, wie die Henne unter dem Schwanz."
 

Nr. 45:   Wenn jemand einen Kaufwahn hat, also unmässig viel Geld ausgibt:

"Dei Göld schreid immazou: Lou mi aas, lou mi aas."

"Dein Geld schreit immerzu: Lass mich aus, lass mich aus."
 

Nr. 44:   Wenn von zwei oder mehreren Alternativen alle gleichwertig sind:

"Des san Hodern wëi Fleck."

"Das sind Hadern wie Flecken."
 

Nr. 43:   Wenn von zwei "Lumpen" der eine gerade so schlecht ist wie der andere:Video anzeigen

"Dou is da Söll wëi da Wecha."

"Da ist der Eine wie der Andere."
 

Nr. 42:   Wenn jemand tagsüber das Licht eingeschaltet lässt, obwohl es hell genug ist:

"Drah´s Lëicht oo, du brennsd sunsd an Dooch d´Aung aas."

"Mach das Licht aus, sonst brennst du dem Tag die Augen aus."
 

Nr. 41:   Wenn jemandem etwas mehrmals hintereinander aus der Hand auf den Boden fällt:

"Setz di halt glei undi, dann moust di niad so oft buggn."

"Setz dich halt gleich runter, dann musst du dich nicht so oft bücken."
 

Nr. 40:   Wenn man dazu gedrängt wird, etwas zu kaufen, was man sich nicht leisten kann oder will:

"Housd scho amal an Naggerdn in Daschn eiglangd?"

"Hast Du schon einmal einem Nackten in die Tasche gegriffen?"
 

Nr. 39:   Wenn jemand faul, also arbeitsscheu ist:

"Den san d´Hend nou hindn gwaxn."

"Dem sind die Hände nach hinten gewachsen."
 

Nr. 38:   Wenn man sich über ein leckeres Essen freut:Video anzeigen

"Es gitt nix bessas wëi wos Gouds!"

"Es gibt nichts besseres als etwas Gutes!"
 

Nr. 37:   Wenn jemand schielt:

"Der schaud min linkn Auch ins rächde Leiwldaschl."

"Der schaut mit dem linken Auge in die rechte Westentasche."
 

Nr. 36:   Wenn jemand zittert vor Kälte:

"Mi frëisd wëi an naggadn Schölllehrer."

"Mich friert wie einen nackten Schullehrer."
 

Nr. 35:   Wenn jemand etwas ganz stark übertreibt oder wenn etwas sehr ungewöhnliches passiert:

"Ëiz wiads hind hëicha wëi voan."

"Jetzt wird es hinten höher als vorne."
 

Nr. 34:   Wenn ein Laie einem Erfahrenen oder ein Junger einem Alten widerspricht:

"Dou is as Oa wieda gscheida wëi d´Hehna."

"Da ist das Ei wieder schlauer als die Henne."
 

Nr. 33:   Als Antwort auf das Götz-von-Berlichingen-Zitat:

"Wennsd dei Huasn sua schnöll drundn housd, wëi ich mei Zunga drassn ho, dann machis."

"Wenn Du Deine Hose so schnell drunten hast, wie ich meine Zunge draussen habe, dann mache ich es."
 

Nr. 32:   Wenn sich jemand einen Bärendienst erweist oder sich ein Eigentor schiesst:

"Der houd an Dreeg a Eierl gehm."

"Der hat dem Dreck einen Schmuser gegeben."
 

Nr. 31:   Lebensweisheit: Wenn man Qualität will, muss man mehr ausgeben:

"Wëi´s Göld, sua d´Woa."

"Wie das Geld, so die Ware."
 

Nr. 30:   Deftig, aber treffend, wenn etwas ganz knapp nicht ausreicht (z.B. Farbe beim Streichen):Video anzeigen

"Des houd ums Oaschläggn niad glangd."

"Das hat ums Arschlecken nicht gereicht."
 

Nr. 29:   Grundsätzlich gilt:

"Machsd wos vo links, nachaad glings; machsd wos vo rechts, wird´s wos Schlechts."

"Machst Du etwas von links, dann gelingt es; machtst Du etwas von rechts, wird es etwas schlechtes."
 

Nr. 28:   Wenn sich jemand über ein zu heißes Essen beschwert:

"Hoass mouss jedn Herrn daung."

"Heiß muss es jedem Herrn taugen."
 

Nr. 27:   Wenn jemand, der eh schon alles hat, noch was geschenkt bekommt:

"Des is Wasser in´d Noo drong."

"Das ist (wie) Wasser in die Naab tragen."
(analog zu den Eulen nach Athen)
 

Nr. 26:   Wenn man mit etwas überfordert ist, oder wenn etwas zuviel des Guten ist:

"Des is a weng fl Ruatz aaf oin Irwl."

"Das ist etwas viel Rotz auf einem Ärmel."
 

Nr. 25:   Ganz wichtig für alle Verzagten und alle anderen auch:

"Am Danaschda wiads anaschda."

"Am Donnertag wird es anders."
(Analog zu: Morgen ist ein neuer Tag.)
 

Nr. 24:   Eine grundsätzliche Lebensregel:Video anzeigen

"Lëiwa viagschaud, wëi nougschaud."

"Lieber vorbeugen als später das Nachsehen haben."
 

Nr. 23:   Wenn jemand schlecht aussieht, z.B. weil er krank ist, oder nach Alkoholgenuss:

"Du schaust heid aas wëi neimal gschbeid und zeamal gschissn."

"Du siehst heute aus wie neunmal gekotzt und zehnmal geschissen."
 

Nr. 22:   Wenn sich etwas als wertlos herausstellt:

"Des is niad mëinara wead, wëi schëi saawa owaschn und im Miesd eigroom."

"Das ist nicht mehr wert, als es schön sauber abzuwaschen und im Mist einzugraben."
 

Nr. 21:   Als Trost, wenn jemand krank oder verletzt ist, es aber überleben wird:

"A Gscheider halts aas und umman anan is niad schod."

"Ein Rechtschaffener hält es aus und um einen anderen ist es nicht schade."
 

Nr. 20:   Jemand, der krank ist, aber nicht zum Arzt gehen will:

"Wos vo sölwa kumma is, mou aa vo sölwa wieda gëi."

"Was von selbst gekommen ist, muss auch von selbst wieder gehen."
 

Nr. 19:   Wenn jemand etwas zahlen soll, was er auch günstiger bekommen könnte:Video anzeigen

"Wer as Maal niad aafmacht, mou an Göldbeidl aafmachn."

"Wer den Mund nicht aufmacht, muss den Geldbeutel aufmachen."
 

Nr. 18:   Wenn jemand sehr langsam ist:

"Di schiggi amal noun Doud, nacha mou i lang niad schdeam."

"Dich schicke ich einmal, den Tod zu holen, dann muss ich lange nicht sterben."
 

Nr. 17:   Wenn ein Messer oder eine Schere stumpf ist:

"Dou kannst aaf Hamburg reiddn damid, ohne dass di aaffiedlsd."

"Damit kannst Du nach Hamburg reiten, ohne dass Du dich aufwetzt."
 

Nr. 16:   Inzwischen politisch nicht mehr korrekt, aber so war sie halt, die "gute alte Zeit":

"A Moidl wou pfeift und a Heena wou kraad, dene ghead si beizeiten da Grong umdraahd."

"Ein Mädchen, das pfeift und eine Henne, die kräht, denen gehört sich rechtzeitig der Kragen umgedreht."
 

Nr. 15:   Wenn jemand etwas macht, aber so schlecht, dass man noch nacharbeiten muss:

"Der houd as oina Oawad zwoa gmachd."

"Der hat aus einer Arbeit zwei gemacht."
 

Nr. 14:   Wenn z.B. Socken an der Sohle durchgewetzt sind:

"Dëi san sua schieder, dou kienna Gens as Gros durchzëing."

"Die sind so durchgewetzt, da können die Gänse das Gras durchziehen."
 

Nr. 13:   Wenn die all zu große Portion nicht aufgegessen wird:

"Dou woan d´Aung wieda grëißer wëi da Mong."

"Da waren die Augen wieder größer als der Magen."
 

Nr. 12:   Wenn du das alles isst, scheißt du nicht mehr nüchtern ins Bett.

"Wennsd des alles isst, scheißd nimma nëichdan ins Bett."

"Wenn du das alles isst, scheißt du nicht mehr nüchtern ins Bett."
 

Nr. 11:   Wenn sich jemand über schlechte Luft im Raum beklagt:

"Lëiwa daschdiggd wëi dafroan, brauchst niad sua lang glowan."

"Lieber erstickt als erfroren, da brauchst du nicht so lange zittern."
 

Nr. 10:   Wenn jemand einen großen Mund hat:

"Wenn der a Buddabroud isst, wern sei Ouawaschler fett."

"Wenn der ein Butterbrot isst, werden seine Ohren fett."
 

Nr. 9:   Wenn jemand eine recht große Nase hat:

"Wenn der sei Nosn in Baam eihaud, kanna im Schdëi schlouffm."

"Wenn der seine Nase in einen Baum schlägt, kann er im Stehen schlafen."
 

Nr. 8:   Wenn etwas verlegt oder verschlampt wurde und absolut nicht mehr zu finden ist:

"Des ist verschwundn wëi´s Dumssareidder Wiaschdl."

"Das ist verschwunden wie das Thumsenreuther Würstchen."
 

Nr. 7:   Wetterregel, die besagt, dass es nach dem Vollmond oft Regen gibt:Video anzeigen

"Wenn da Mou full is, laffda iwa."

"Wenn der Mond voll ist, läuft er über."
 

Nr. 6:   Jemand, der eine Entscheidung zu treffen hat, dem es jedoch völlig egal ist:

"Des is khupft wëi gschbrunga."

"Das ist gehüpft wie gesprungen."
 

Nr. 5:   Jemand, der etwas als eine nichtige Kleinigkeit bezeichnen will:Video anzeigen

"Des is wos und doch nix."

"Das ist etwas und doch nichts."
 

Nr. 4:   Die Eltern zum Kind auf die Frage, was man ein bisschen tun könnte,
um sich die Zeit zu vertreiben:Video anzeigen

"D'Schnäggn aaf d'Schwanzz schlong, dass niad nissern."

"Die Schnecken auf die Schwänze schlagen, damit sie nicht nörgeln."
 

Nr. 3:   Verächtlich über jemanden, der schielt:

"Mid oin Auch douda schwoazbeern, min anan dierholzn."

"Mit einem Auge such er nach Heidelbeeren, mit dem anderen nach dürrem Holz."
 

Nr. 2:   Erwachsene untereinander, als Warnung vor lauschenden Kindern:

"Owachd, d'Schindln san am Dooch."

"Vorsicht, die Schindeln sind auf dem Dach."
 

Nr. 1:   Der Wirt zu übermäßig alkoholisierten Gästen, die kurz davor sind Ärger zu machen:

"Wer sein houd, gëid ham!"

"Derjenige, welcher schon seinen Rausch hat, möchte doch bitte nach Hause gehen."
 
 
 

 
 

Am 8. Tag der Schöpfung

Am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte.
Alle Völkchen waren glücklich.
Der Berliner sagte:
"Icke hab nen tollen Dialekt, wa?"
Der Hanseate sagte:
"Moin Dialekt is richtich dufte, ne!"
Der Kölner sagte:
"Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!"
Der Hesse sagte:
"Babbel net, di Hessa sabbeln des best Hochdeutsch!"
Der Sachse sagte:
"Ja nu freilisch is äs Sächsisch klösse!"
Nur für den Erbendorfer war kein Dialekt übrig.
Da wurde der Erbendorfer sehr, sehr traurig und haderte mit seinem Schicksal...
Irgendwann sagte Gott schliesslich:
"Ja mei, Bou, dann redst halt sua wëi ich!"