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Verortung der Wörter jetzt auch als Landkarte

Manchmal bekommen wir sehr interessante Oberpfälzer Wörter und Begriffe zugeschickt, die nicht direkt dem Erbendorfer Dialekt zugeordnet werden können. Man kennt in Erbendorf vielleicht zwar deren Bedeutung, aber sie werden hier nicht wirklich verwendet.

Wir fragten uns, was tut man damit? Sie in Erbendorf zu verorten wäre schlichtweg nicht richtig. Andererseits sind die Sprachgrenzen fließend und es wäre sehr schade, wenn man diese wertvollen Fundstücke nicht trotzdem dokumentieren und damit ein bisschen über die Zeit retten würde.

Deshalb haben wir uns dafür entschieden, sie natürlich ins Erbendorfer Mundart-Lexikon aufzunehmen. Nach der Verifizierung sind sie dann eben nicht Erbendorf, sondern dem entsprechenden Fundort zugeordnet.

Und damit man einen Überblick über die verschiedenen Orte gewinnt, aus denen die Funde stammen, gibt es hier eine kleine Landkarte:

Das "Oa" heißt in Erbendorf "A"

Ein interessanter Fund im Netz:

Auszug aus „Der neue Tag“ vom 29.05.2001: Das "Oa" heißt in Erbendorf "A"

"... Bevor Dr. Scheuerer näher darauf einging, zu welcher lautlichen Variante des Nordbairischen die Erbendorfer Mundart gehörte, erläuterte er die typischen Lauterscheinungen, die das Nordbairische insgesamt kennzeichnen. Am markantesten für das Ohr sind jene Laute die Dialektoren "gestürzte Zwielaute" nennen.

Diese kommen beispielsweise in den Wörtern Bräif (Brief), Stäing (Stiege), Käih (Kühe), Kouh (Kuh) und Bloud (Blut) vor. "Gestürzte Zwielaute" hat man sie deshalb benannt, weil sie im Vergleich mit ihren historischen Bezugslauten wie umgekippt wirken. Im Mittelbairischen ist die ursprüngliche Stellung geblieben, dort heißt es Briaf, Stiang, Kiah, Kua, Bluat.

Die Entwicklung eines Sprachraumes hing laut Dr. Scheuerer auch mit den früheren historischen Territorien zusammen. Bei der Erbendorfer Mundart sind darüber hinaus auch konfessionelle Einflüsse erkennbar. Der hier gesprochene Dialekt ist mit "marktsprachlichen" Elementen vermischt. In Erbendorf sprach man so, dass man sich auch mit auswärtigen Marktbesuchern verständigen konnte. Damit lässt sich auch erklären, warum in den umliegenden Dörfern eine etwas andere Mundart gesprochen wird.

Erbendorf hat eigenen Dialekt

Der Eindruck, dass Erbendorf seinen eigenen Dialekt hat, wird auch dadurch verstärkt, dass hier eine weitere Lautgrenze verläuft. So wird das Hühnerei hier als "A" bezeichnet während man vor den Stadtgrenzen "Oa" dazu sagt. Der Erbendorfer Dialekt unterscheidet sich auch von der "Stiftländer Mundart". Während man in und um Erbendorf "Ma" für Mann sagt, sprechen die Stiftländer vom "Moa".

Diese kleinen Unterschiede verliehen letztlich jedem Ortsdialekt eine gewisse Einmaligkeit. Sie waren früher auch noch in speziellen Wortprägungen und Redensarten ausgedrückt, die man nur in einem Ort oder seiner näheren Umgebung so kannte. Die Tendenz zur einheitlicheren und weiträumig geltenden Dialekten hat solche redensartlichen Unterschiede mittlerweile eingeebnet. ..."
 
 

Neue Wörter

Diese Wörter sind zuletzt zum Lexikon dazugekommen:
 
Mundart Bedeutung gefunden von
 
a Haffm [hàffm] ein Haufen, eine Menge, ganz viel Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
aagëi [à:gëi] 1) auf etwas eingehen; 2) verstehen; 3) eingehen, sterben; Alexander Bauer aus Amberg
Aagmachds [à:gmachds] Eingemachtes Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Aagweggds [à:gweggds] Eingewecktes Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
adatschn [a:dadschn] ungeschickt anfassen, betatschen Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
aou [æu] schwach im Geschmack, ungesalzen, geschmacklos Alexander Bauer aus Amberg
awandi [a:wàndi] einseitig, langweilig, fad Alexander Bauer aus Amberg
baoussn [bæussn] beim gehen stampfen Alexander Bauer aus Amberg
Bettsoichala [bett-soichælæ] kleine weiße Rüben Josef Thomas aus Erbendorf
bitschn [bitschn] etwas trinken Alexander Bauer aus Amberg
Blaouch [blæuch] Plage, Anstrengung Stefan Eber aus Schwetzendorf
blaoung [blæung] plagen, sich anstrengen Stefan Eber aus Schwetzendorf
Bloud- und Lewawirschd [bloud und lewawiæschd] Blut- und Leberwürste Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
brazln [bràzln] zum Narren machen, veräppeln Alexander Bauer aus Amberg
bremln [bre:mln] nach Urin riechen Alexander Bauer aus Amberg
Bulower [bulowæ] Pullover Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
damaner wëi [dæma:næ wëi] auf schlechte Weise an etwas erinnern, zugleich Vermutung, dass es sich wiederholt Alexander Bauer aus Amberg
dandln [dàndln] erpicht an etwas arbeiten, um es perfekt zu machen; Kleinigkeiten stets verbessern Alexander Bauer aus Amberg
doaleng [dleng] (sich) hinlegen Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Doggda [doggdæ] Docktor, Arzt Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
duatmals [dtma:ls] damals Alexander Bauer aus Amberg
dusëiad [dusëiæd] ein etwas temperamentvolles Wirrsein Werner Graßer, Dr. aus Amberg
Flean [fln] Hautunreinheiten Alexander Bauer aus Amberg
Gaalerl [gà:læL] kleines Pferd Alexander Bauer aus Amberg
gëissn [gëissn] gießen Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Glambban [glambbæn] Klümpchen (aus Dreck) Josef Thomas aus Erbendorf
grëissn [grëissn] grüßen Stefan Eber aus Schwetzendorf
grusdan [grusdæn] 1) etwas (schönes) ergruschen, etwa auf dem Flohmarkt; 2) schauen, ob (und wenn was) man sich kaufen kann Alexander Bauer aus Amberg
gschdrawad [gschdrà:wæd] gesträubt Stefan Eber aus Schwetzendorf
gschdrazad [gschdrà:zæd] fest, trocken Alexander Bauer aus Amberg
Gschoi [gschoi] 1) Umstände, Chaos, ungeordneter Ablauf; 2) großer Streit Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Gwax [gwàx] 1) Gewächs; 2) Geschwür Alexander Bauer aus Amberg
Gwousd [gwousd] Dickicht, humorvoll auch der Bart Alexander Bauer aus Amberg
Häffm [häffm] Hefe Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Haffm [hàffm] Haufen, große Menge Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
hëidln [hëidln] Erde mit einer kleinen Hacke bearbeiten, bspw. am Grab Alexander Bauer aus Amberg
heing [haing] 1) Heu wenden; 2) etwas unvorsichtig und rücksichtslos durchsuchen Alexander Bauer aus Amberg
Hëisderl [hëisdæL] Depp, unfähiger Mensch Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Hinawida [hinæ-wi:dæ] Hefezopf Hans Flügel aus Thumsenreuth
Hoanacha [hnachæ] Hornisse Alexander Bauer aus Amberg
hoimla [hoimlæ] zahm Alexander Bauer aus Amberg
Hoinzn [hoinzn] Sofa Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Hutschawawl [hu:dschæwa:wl] Kröte Alexander Bauer aus Amberg
Irrwisch [wisch] jemand, der unruhig ist und dauernd etwa im Kreis oder auf und ab geht Alexander Bauer aus Amberg
Kabbm [kabbm] Kappe Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Kamlntee [kamLn-de:] Kamillentee Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Koufan [koufæn] Hintern einer Frau Alexander Bauer aus Amberg
Laacherhauserer [la:chæhausæræ] Verkäufer im BayWa- oder Raiffeisen-Lagerhaus (Futtermittel) Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
lusad [lu:sæd] 1) schlapp, kraftlos, fad; 2) gewittrig, drückend schwül Alexander Bauer aus Amberg
Mäggerl [mäggæL] kleine Ziege Alexander Bauer aus Amberg
mudan [mu:dæn] stauben Alexander Bauer aus Amberg
mulfern [mulfæn] knuddeln Alexander Bauer aus Amberg
naoudln [næudln] sich stets hin- und her bewegen (auf einem Stuhl, lockeren Grund etc.) Alexander Bauer aus Amberg
Naoudschies [næudschi:s] jemand, der etwas unbedingt möchte, und deswegen viel jammert und/oder sich beschwert Alexander Bauer aus Amberg
nëidln aaf [nëidln à:f] auf etwas erpicht sein, etwas unbedingt wollen (auch mit Gejammer) Alexander Bauer aus Amberg
Niss [niss] Nüsse Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Nissla [nisslæ] Nüsschen Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
ohaltn [o:haldn] stillhalten Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Pfindl [pfindl] etwa ein Pfund Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Pflouch [pflouch] Pflug Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
pfurznäidich [pfz-näidich] voreilig, übereilig, vorschnell Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Reidern [raidæn] grobes Sieb, Gartensieb Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Rengschbuacha [rängschbuæchæ] Regensburger Würste Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
roichan [roichæn] reden Alexander Bauer aus Amberg
sam [sam] als ob, so wie Alexander Bauer aus Amberg
Sausn, dSausn [sausn, dsausn] Durchfall Alexander Bauer aus Amberg
Schbangla [schbànglæ] Spengler Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Schbeeg [schbe:g] Speck Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Schdëissl [schdëissl] ungehobelter Kerl Alexander Bauer aus Amberg
Schdimpfl [schdimpfl] nur gering gefüllter Sack z.B. mit Kartoffeln oder Getreide Hans Flügel aus Thumsenreuth
Schdrimpf [schdrimpf] Strümpfe Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
schëissn [schëissn] schießen Stefan Eber aus Schwetzendorf
schlaafan [schlà:fæn] schleppen, oft quälerisch Alexander Bauer aus Amberg
Schlachdschissl [schlachdschissl] Schlachtschüssel Stefan Eber aus Schwetzendorf
schlaouzad [schlæuzæd] widerwärtig, ekelhaft Alexander Bauer aus Amberg
Schogglaad [schogglà:d] Schokolade Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Solz [so:lz] Salz Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Sulz [sulz] Sülze Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
surwln [swln] summen, umherfliegen Alexander Bauer aus Amberg
Uhei [u:hai] Ungetüm, Unheil Alexander Bauer aus Amberg
ummananadandln [ummæna:næ-dàndln] erpicht an etwas arbeiten, um es perfekt zu machen; Kleinigkeiten stets verbessern Alexander Bauer aus Amberg
Wienerla [wi:nælæ] Wiener Würstchen Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Woa [w] 1) Ware; 2) Kleidung Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Woich [woich] Fleisch vom Bauch Alexander Bauer aus Amberg
woudln [woudln] wuseln, ein Durcheinander sein Alexander Bauer aus Amberg
Zaudan [zaudæn] altes, wirres Weib Alexander Bauer aus Amberg
Zindhölzla [zindhölzlæ] Zünhölzer, Streichhölzer Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
Zuch [zu:ch] Zug Maria Philbert-Koegst aus Ebnath
zwechan [zwe:chæn] knibbeln, an etwas herumpopeln Alexander Bauer aus Amberg
 
 

Neue Redewendungen

Gefunden von Maria Philbert-Koegst aus Ebnath:
219 - Zu einem, der aufdringlich wird, als gemäßigte Drohung:
Gëi, laou ma (doch) mei Rouh!
Komm, lass mich (doch) in Frieden!
218 - Wenn jemand sehr ungeduldig ist:
Dëi gëid ummanand wëi da Pfuaz in da Riesl.
Die geht herum wie der Furz im Gartensieb.
Variante: "... wëi da Pfuaz in da Reidern."